der Bayerische Rundfunk drehte bei uns im Haus einen Beitrag für die Sendung "Geld und Leben".
Messeauftritt auf der 'komma' in München vom 27. Januar 2010
hier ein kleiner Clip, aufgenommen auf der Messe
Im Wirtschaftsteil des Münchner Merkur vom Montag, 18. Januar:
Familie der Tütenkleber
Auf ihren Tüten und Taschen werden die Logos von Hugendubel, BMW oder Media-Markt in die ganze Welt getragen. Die Tüten selbst kommen aber von der Firma Kröll einem Familienunternehmen aus Neuried bei München.
VON MARCO LITZLBAUER
Neuried - Die Wahrscheinlichkeit, dass man schon einmal eine Tragetasche aus ihrem Haus in der Hand hatte, liege bei fast 100 Prozent. Da ist sich Diana Kröll, die Geschäftsführerin des Neurieder Unternehmens, sicher. Das können die Einkaufstüten beim Kramerladen um die Ecke, aber auch die Bestecktütchen im Flugzeug gewesen sein. Die Kröll Verpackung GmbH liefert Tüten, Taschen und Weihnachtsverpackungen aller Art. Etwa 40 Produkte in insgesamt 900 verschiedenen Ausführungen werden vertrieben. Einige der bunten Tragetaschen - vorwiegend aus Papier und Plastik - stehen und hängen im Empfangsraum des Unternehmens. Hunderte verschiedene Exemplare liegen für Beratungsgespräche in zwei Lagerräumen.
Eine Produktvielfalt, die in diesem Bereich in Deutschland einzigartig ist, sagt Diana Kröll selbstbewusst. Trotzdem: Die Firma ist nach wie vor ein Familienunternehmen. Neben Diana Kröll und ihren Eltern arbeiten dort auch ihr Ehemann und ihre Schwester. Doch erst nach BWL-Studium und der Mitarbeit in anderen Firmen, raufte sich die 39-Jährige mit ihrem Vater zusammen, und leitet seit 2007 gemeinsam mit ihm die Firma. Die 39-Jährige führte unter anderem moderne Vertriebsstrukturen, PCs und ein jüngeres Mitarbeiterteam ein. Dennoch findet sich bis heute an den Bürowänden ein altmodisches, meterlanges Aktenregister. ,,Eigentlich doppelt gemoppelt, denn die meisten Daten sind längst elektronisch erfasst“, gibt Diana Kröll zu. Aber Tradition braucht eben ihren Platz.
Diana Krölls Großvater Wilhelm begann in den 30er-Jahren in Köln mit der Produktion von Tragetaschen, Papiertüten und Geschenkpapieren. Sein Sohn Jürgen eröffnete dann in München eine Repräsentanz. 1978 gründete er die Kröll Verpackung GmbH in Neuried - genau in dem Haus, in dem die Firma noch heute heimisch ist. Mittlerweile hat sich die Familie aus der Produktion verabschiedet und konzentriert sich ausschließlich auf den Handel.
Hauptabnehmer ist die Industrie. Sie lässt die beschichteten Papiertüten und Stofftaschen meist mit ihren eigenen Logos versehen. Da bekommt man einiges mit. ,,Ändern sich beispielsweise Firmenlogos, erfahren wir das mit als Erste“, sagt Diana Kröll, zu deren Kundenstamm auch viele Banken gehören.
Neben Werbetaschen mit Firmenlogo gibt es die so genannte Lagerware. Weil diese Tüten keinen individuellen Aufdruck bekommen, sind sie billiger. Sie lagern zu Hunderttausenden im Keller des Firmengebäudes und werden vor allem vom kleineren Einzelhandel bevorzugt. ,,Aber auch große Kaufhäuser haben schon kurz vor Weihnachten solche Lagerware geordert, weil ihnen die Tüten ausgegangen sind“, erzählt Diana Kröll schmunzelnd.
Während beim Aussehen der Tüten seit Jahren vor allem konservative Motive gefragt sind, ändern sich die Kundenwünsche bezüglich des Materials. Waren in den 70er-Jahren ausschließlich Plastiktüten gefragt, kamen in den 80ern die Papiertüten wieder in Mode. ,,Das waren dann handgefertigte Papiertragetaschen aus Italien, die vier bis fünf Mark das Stück gekostet haben“, sagt Diana Kröll. Das änderte sich mit dem einsetzenden Preiskampf.
in den 90er-Jahren schlagartig. Der zwang auch die Firma Kröll dazu, ihre Produktion hauptsächlich nach Osteuropa und Asien zu verlagern. Der Trend des neuen Jahrtausends sind Weihnachtsverpackungen. Vom Präsentkorb bis hin zum schicken Karton für Weinflaschen - dieser Bereich boomt. Die Wirtschaftskrise spürt das Unternehmen nur indirekt: ,,Wir konnten 2009 mehr Kunden gewinnen, die dafür etwas vorsichtiger geordert haben“, erklärt Diana Kröll. Auf den Gewinn hat sich das nicht ausgewirkt. Die Firma schreibt schwarze Zahlen und hat alleine im letzten Jahr über sechs Millionen Euro umgesetzt. Nur vom Lebensmittelhandel lasse man bewusst die Finger. Der Preiskampf um die dortigen Millionenauflagen sei zu groß. Das lasse sich nicht mit den Qualilitätsansprüchen der Neurieder Firma vereinen.
Mit dieser Philosophie scheint das Unternehmen gut zu fahren. Die Mitarbeiterzahl soll weiter steigen: Von derzeit 21 auf bis zu 30. ,,Wir können gar nicht so viele, Leute einstellen, wie wir bräuchten“, erklärt die Geschäftsführerin. Denn es dauere bis zu zwei Jahre, bis Branchenneulinge in die komplexe Werbetaschen-Sparte eingearbeitet sind.
Die Firma Kröll
ist heute um 21.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen zu sehen. Unter der Rubrik ,,Jobmacher“ behandelt das Wirtschaftsmagazin ,,Geld & Leben“ Firmen, die dem Krisenjahr 2009 getrotzt haben
Unser weiteres Angebot:
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